05.08.2008

Die Regenmacherin

DIE REGENMACHERIN

In einem Buch über das männliche und weibliche Prinzip (Jin und Yang) fand ich zur Erläuterung des weiblichen Prinzips diese Geschichte:

Es war einmal ein Dorf, das von einer Dürre geplagt war. Als trotz vieler Rituale und Opfergaben kein Regen fiel beschlossen die Dorfältesten einen Regenmacher zu holen. Als dieser im Dorf ankam fragten die Bewohner ihn, was er benötigte, um seinen Zauber zu vollbringen, sie würden Ihm alles geben. Doch er antwortet, es sei nur ein leeren Raum nötig. Die Dorfbewohner wunderten sich aber geben ihm, was er wünschte.
Der Regenmacher zog sich zurück und bat ungestört zu bleiben.
Ein Tag verging aber es geschah nicht. Man hört nichts, keine Gesänge, keine Instrumente, keine Zeremonien - nichts! Die Dorfbewohner wurden ungeduldig. Am dritten Tag hielten sie es nicht mehr aus. Sie schlichen um das Haus herum und spähten vorsichtig in den Raum hinein. Aber es gab nichts zu sehen. Der Regenmacher saß einfach nur da.
Und doch, am Abend des dritten Tages regnet es.

Die Geschichte erzählt vom weiblichen Prinzip und von der Magie des Geschehenlassens. Während die Dorfbewohner versuchten hatten den Regen durch ihr "Tun" herbeizurufen, gewährte der Regenmacher dem Regen den Raum, den er brauchte, um von selbst zu fallen.


Erst als die Regenmacherin fertig vor mir stand, wusste ich, was sie verkörperte, und so fand sie ihren Namen.